Pro & Kontra: Futter als Lockmittel oder Belohnung ?

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Birdte
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Pro & Kontra: Futter als Lockmittel oder Belohnung ?

Beitrag von Birdte » Di 4. Sep 2018, 02:48

:conf: :hm:
Hallo zusammen, hier würde ich gerne mit euch die Diskussion darüber entfachen, was ihr vom Futtereinsatz zur Konditionierung eurer Lieblinge haltet? Was denkt ihr darüber, die Vögel mit Futter anzulocken,z.B.mit dem Hirsekolben in der Hand oder Futter als Belohnung für erwünschtes Verhalten oder eine besondere Leistung einzusetzen? Wollen wir mal davon ausgehen, das hierbei nur gesunde Leckereien verabreicht werden und nicht etwa Zuckerzeug oder in Transfettsäuren eingelegte "Bäckereiprodukte" mit "Honigkruste" ect. :rofl: ,was uns die Industrie ja wohl zu diesem Zwecke schmackhaft machen möchte.
Und natürlich interessiert hier auch eure persönliche Erfahrung ,falls ihr das schon mal probiert habt oder regelmäßig die Tiere so trainiert.
Ich selbst bin kontra dazu eingestellt und will das als ersten Diskussionsbeitrag zu diesem Thema gerne erläutern.
Als Beispiel nehme ich mal ein typisches Bild aus der üblichen Hundeerziehung her, welches mich mit Grausen erfüllt. (Ich selbst führe seit 30 Jahren in eigener Verantwortung Hunde.)
Ein unangeleinter Hund trabt mit der Schnautze an der mit "Leckerli" gefüllten Hand seiner Herrin sabbernd hinter dieser her, die immerzu etwas in sein Maul fallen läßt.
An jedem Bordstein hebt sie ihren Finger, worauf der von ihr streng angepeilte Hund sich etwas wiederwillig in den mistigsten Unrat niedersetzt, um mit großem Getue ein extra Leckerli aus einer Gürteltasche in den Rachen gesteckt zu kriegen und weiter gehts schmatzend hinter dem zweibeinigen Futterspender her.
Das ist so die gängige Art der Hundeerziehung.
Keiner käme wohl auf die Idee, sein Kind mit einem Teller Erbsensuppe oder einer Viertel Schwarzwälder Kirschtorte dafür zu belohnen, das es z.B. die Nachbarin gegrüßt oder das Eispapier in den Müll geworfen hat . Wer würde wohl sein Kind mit der Bratwurst in der Hand vom Spielplatz nach Hause und mit einer :mrsbrueller: Frittenspur in die Badewanne locken oder Spielzeug mit Dauerlutschern spicken , um damit das Kind vom Handy abzubringen?
Ihr wißt, worauf ich hinaus will?
Wenn man das Belohnungszentrum mit "Futter fassen" koppelt, zieht man sich Fresssüchtige heran.
Daher entkoppele ich das so gut wie möglich bewußt.
Als Lohn für gute Leistungen und angemessenes Verhalten, reichen freudige Gesten ,lobende Worte und ein Schnabelstüber beim Vogel und eine Streicheleinheit beim Hund, dem Kind ein Küßchen auf den Scheitel ect.
Daß ich meinem Schutzbefohlenen hingegen gesundes und schmackhaftes Futter täglich liebevoll und reichlich anrichte, halte ich für eine Selbstverständlichkeit, es hat nichts mit seinem Verhalten oder meiner Bewertung seiner Leistungen zu tuen.
Dabei können die Vögel auch selbst entscheiden, was und wieviel sie selber futtern ,ich biete immer verschiedene Sorten an.
Hirsekolben und z.B. Saaten naturell mit Gräsern, verschiedene Hirse und Früchtemischungen mit Vitaminzusatz und noch Kräuter extra frisch und auch getrocknet sowie mal Gemüse oder Salat ,was ich selber grad esse, an.
Ich glaube eine reichliche Auswahl verhindert Gier und ermöglicht die eigenen Bedürfnisse zu erspüren .
Der Hund hat immer neben frischem Wasser freilich, wie die Vögel auch, eine Schale mit gutem Trockenfutter gefüllt parat stehen und bekommt , wenn ich selbst auch esse, 2 Mahlzeiten vernünftiges Dosenfleisch ,abends mit Gemüse dazu.
Er kriegt sonst selten was extra und wenn dann hat es mit dem Angebot zu tun, nicht mit seinem Verhalten.
An das Trockenfutter geht er kaum dran, "Leckerli" lassen ihn kalt.
Die Tiere regulieren sich auf diese Weise natürlich selbst, sie "fressen" manierlich, zeigen keine Gier und sind gut genährt, aber nicht dick, wie ich selbst auch.
Wenn ich ständig Futter als Belohnung biete befördere ich außerdem Diabetes.
Daher sind mir lieber Tiere, die nicht nach dem Motto leben, wes Lied ich sing, des Brot ich ess , sondern die aus Zuneigung folgen und selbstbewußt Leistung erbringen & Vernunft entwickeln, ohne ständig auf die fütternde Hand zu schielen.
Die auch genau wissen, egal was sie verbocken, etwas gutes zu Essen ist ihnen trotzdem gewiß, denn das sind sie ja wert, sie sind es wert um ihrer selbst willen, es ist ihr ureigenes Recht und zwar bedingungslos.
So sehe ich das.
Ich bin gespannt, was ihr dazu meint.
Also......lasst hören, :hoeret:
LG Birdte.

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