Wenn das Veterinäramt nicht hilft

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WhiskeyJack
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Wenn das Veterinäramt nicht hilft

Beitrag von WhiskeyJack » Mo 12. Jun 2017, 12:52

Hallo zusammen,

ich bin zur Zeit sehr ratlos und auch entsetzt über die Zustände, in denen bei mir in der Nähe Wellensittiche gehalten werden und auch darüber, wie das von mir informierte Veterinäramt die Situation bewertet.

Ende November hatte ich mich mit der folgenden E-Mail an das hiesige Veterinäramt gewendet, nachdem ich das Ganze schon seit über einem Jahr mit flauem Gefühl beobachtet hatte:

"[...]Die Sittiche werden in kleinen Zimmervolieren* draußen im Hof gehalten und sind den Witterungen fast komplett schutzlos ausgeliefert. Freiflug ist so auch überhaupt nicht möglich. Die Haltung ist von der Straße** aus gut sichbar, da die Volieren auf Höhe der Einfahrt liegen und deren Tore ständig offen sind (es könnte also auch jederzeit jemand auf das Grundstück eindringen und den Tieren etwas antun). Die Tiere sind nicht nur dem Wetter ausgesetzt, sondern sie bekommen auch kein Licht oder Wärme. Gerade im Winter sind die Tage sehr kurz und auch nicht immer besonders hell. Die Vögel werden vom Halter auch im Winter nicht ins Haus geholt!

Tiergerechte Außenvolieren verfügen nicht nur über eine ausreichende Größe, dass die Vögel genug fliegen können, sondern dort gibt es normalerweise auch mindestens einen Innenraum, der beleuchtet und beheizt ist. Dies ist hier aber nicht der Fall, weil hier, wie beschrieben, einfach kleine Zimmervolieren (< 1m Breite!) ganzjährig nach draußen gestellt werden.

Ich halte selbst Wellensittiche, daher geht mir der Fall besonders nah. Ich traue mich aber nicht, alleine zum Halter zu gehen und diesen auf die Mißstände hinzuweisen. Ich glaube auch nicht, dass ich alleine etwas im Sinne der Vögel bewirken könnte.

Ich bitte Sie daher dringend um Ihre Hilfe. Falls Sie sich die Gegebenheiten anschauen möchten, kann ich, sofern Sie das wünschen, auch mitkommen. Bitte helfen Sie, dass die armen Wellensittiche nicht schon wieder einen Winter ungeschützt im Freien verbringen müssen. (So etwas kann doch kein Wellensittich dauerhaft überstehen; ich würde daher vermuten, dass der Besitzer jedes Jahr verstorbene Vögel neu ersetzt.)
Vielen herzlichen Dank im Voraus!

Freundliche Grüße [...]"

*) Es handelt sich um sogenannte "Hubschraubervolieren".
**) vielbefahrene Straße, auch Schulweg

Ein halbes Jahr später sah ich immer noch keine Verbesserung der Wellensittich-Haltung und hakte beim Veterinäramt nach.

Die Antwort lautet:
"[...] zunächst einmal vielen Dank für Ihre Hinweise zur Wellensittichhaltung in der [Adresse aus Datenschutzgründen entfernt]. Umgehend nach dem Eingang Ihrer Anzeige letztes Jahr im November, habe ich mir die Wellensittiche angeschaut. Dieses war am Montag den 28.11.2016, also drei Tage nachdem wir von Ihnen gehört hatten. Seien Sie versichert, ich nehme Ihre Anzeige sehr ernst und ich kann gut verstehen, wenn Sie Bedenken bezüglich der Vogelhaltung haben, aber ich habe bei meiner Kontrolle keine tierschutzrelevanten Verstöße festgestellt. Im Speziellen befinden sich die Vögel seit ihrer Geburt „im Freien“ in den Volieren, wobei ihnen Nistkästen, um sich zurückziehen zu können, zur Verfügung stehen. Des Weiteren werden bei kälterer Witterung Styroporplatten vor die Volieren gepackt. Alle Vögel, und es waren nicht nur Wellensittiche in den Volieren, machten einen guten Eindruck, was Vitalität, Gesundheits- und Ernährungszustand anbelangte."

Es ist ja schön, dass die Lage geprüft wurde, aber für mich persönlich ist das keine zufriedenstellende Antwort!
1. Die Wellis (und auch die anderen Vögel dort) haben nach wie vor keine Freiflugmöglichkeit oder im Winter Licht und leben nach wie vor in den Hubschraubervolieren.
2. Nistkästen sind kein Rückzugsort bei schlechter Witterung, sondern fördern doch bloß, dass die Wellis sich fortdauernd vermehren (deswegen auch "seit ihrer Geburt im Freien")!
Wie kann ein Veterinäramt (!) diese Zustände als "nicht tierschutzrelevant" bewerten?
Was haltet Ihr davon? Soll ich auf die E-Mail noch einmal antworten und meine Bedenken, die ich unter Punkt 1 und 2 genannt habe, noch einmal schildern (könnt Ihr mir dann helfen, die Mail zu formulieren)? Ich befürchte, dass dies lediglich zu einer Diskussion führen wird. Wenn schon das Veterinäramt die Zustände nicht verbessern will, obwohl es könnte, wer kann es dann? Wenn ich da selbst zum Besitzer der Wellis hingehen würde, bekäme ich doch jetzt auch bloß zu hören, dass das Veterinäramt da gewesen sei und keine Mängel festgestellt habe...

Ich habe die Hoffnung verloren, dass man Tieren in schlechter Haltung noch wirklich helfen kann... :cry:

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Carol
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Re: Wenn das Veterinäramt nicht hilft

Beitrag von Carol » Mo 12. Jun 2017, 13:25

Hallo erstmal und wir hatte noch nicht das Vergnügen. Ich heiße Carol und wir haben zu Hause einen großen Schwarm Wellensittiche. Auch wir hatten schon Besuch vom Vet-Amt. Unsere Wellensittich wohnen in einem eigenen Vogelzimmer mit ganztägigen Freiflug. Leider haben wir die Erfahrung gemacht das bei den Vet-Ämter oft TÄ sind die nicht oder nur teilweise vogelkundig sind. Hier im Landkreis Fürth ist eine TÄ die dem Vet-Amt vorsteht und sehr darauf achtet dass die üblichen Vorschriften eingehalten werden. Gleichzeitig hatte ich aber auch die Erfahrung gemacht das es den allermeisten Vet-Ämtern lästig ist wegen nicht artgerechter Wellensittichhaltung einzuschreiten. Bei uns waren sie damals nicht begeistert das wir Abgabevögel aufnehmen. Abgabevögel gehören ins Tierheim und basta. In Nürnberg beim Vet-Amt wurden sogar schon 4 Wellensittiche rausgeholt weil der Käfig zu klein war und von daher nicht artgerecht.
Uns wurde damals von Vet-Amt am Landratsamt Fürth mitgeteilt dass nur dann Vögel weggenommen werden wenn die Vögel voll kommen verwahrlost und das Leben in Gefahr ist.
Liebe Grüße Gabi und die Fränkischen Flugsaurier, die Franken-Punk's und viele Fränkische Flugsaurier und Sina, Lilly, Maxi und Fips und Schatzi der Pennant für immer im Herzen

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