Vorgehensweise bei Kleinanzeigen

Gesperrt
Benutzeravatar
Vorstand
Vorstand
Beiträge: 1359
Registriert: Di 1. Apr 2003, 00:00
Schwarmgröße: 71
Kontaktdaten:

Vorgehensweise bei Kleinanzeigen

Beitrag von Vorstand » Mo 2. Jul 2012, 20:23

Liebe User,

da es noch einige Unklarheiten bezüglich dem Umgang mit Kleinanzeigen im Forum gibt, möchten wir euch nochmal weitere Infos dazu geben.

Wie im obigen Posting nachzulesen ist, wurde das Kleinanzeigenforum aufgrund schwerwiegender Bedenken durch einen Beschluss der Mitgliederversammlung (MGV) abgeschafft. Im Kleinanzeigenforum wurden oftmals Haltungen mit Einzelwellis, Rundkäfigen o.ä. gepostet und teilweise wurde versucht, den Wellensittich freizukaufen oder den Besitzer herunterzuhandeln. In der Rubrik "Tierschutzfälle" wurden zudem teilweise Kleinanzeigen gepostet, bei denen unmittelbare Hilfe nötig war, z.B. wenn eine Katze neben dem Käfig zu sehen war, Eier und Küken verkauft werden sollten oder der Vogel krank war.
Da das Unterforum Kleinanzeigen durch den MGV-Beschluss, der für uns bindend ist, abgeschafft wurde, müssen wir nun darauf achten, dass sich die Kleinanzeigenrubrik nicht auf die sonstigen Unterforen des Forums verlagert. Wir möchten betonen, dass wir Rundkäfige, zu kleine Käfige oder Einzelhaltung als Tierschutzverein selbstverständlich nicht gutheißen, doch wir können auch nicht zulassen, dass diese Kleinanzeigen weiterhin wie bisher in unser Forum eingestellt werden. Da beinahe jede Kleinanzeige nicht unseren Maßstäben einer artgerechten Haltung entspricht, müsste man jede dieser Kleinanzeigen ins Forum einstellen und damit würde der MGV-Beschluss umgangen werden.

Wir möchten euch daher bitten, die Rubrik "Tierschutzfälle" wie bisher auch für Kleinanzeigen zu nutzen, in denen der Wellensittich dringend Hilfe benötigt oder bei welcher unsere Arbeitsgruppe Tierschutz tätig werden könnte. Darunter fallen beispielsweise Kleinanzeigen mit offensichtlich kranken Wellis, Wellis die durch größere Vögel oder andere Haustiere in Lebensgefahr schweben sowie Kleinanzeigen, in denen zu junge Küken oder Gelege mitverkauft werden sollen.

Da wir es euch im Rahmen des MGV-Beschlusses trotzdem ermöglichen möchten, euch bei Kleinanzeigen zu engagieren, könnt ihr in der Plauderecke um Hilfe von anderen Usern bitten. Aufgrund der Bedenken bezüglich der Kleinanzeigen möchten wir euch jedoch darum bitten, weder den Link zur Kleinanzeige noch die Anzeigennummer zu posten, da diese sonst von den Modis editiert wird. Ihr könnt jedoch den Ort angeben, damit sich weitere Helfer melden, oder den Link per PN an andere User weitergeben.
Liebe Grüße,
Andrea, Birgit, Hannelore, Sabine & Stefanie

Benutzeravatar
Tierschutz
Wohnt hier
Beiträge: 1017
Registriert: So 10. Aug 2008, 08:24

Re: Vorgehensweise bei Kleinanzeigen

Beitrag von Tierschutz » Mo 18. Mai 2015, 21:00

In den letzten Jahren ist die Anzahl der Kleinanzeigen, in denen Wellensittiche auf Onlineportalen verkauft werden, stetig gewachsen. Ein Großteil dieser Kleinanzeigen zeigt Wellensittichhaltungen, die für uns als Tierschutzverein kritikwürdig sind. Oftmals werden Wellensittiche aus Einzelhaltung verkauft oder zusammen mit den falschen Vogelarten vergesellschaftet, in vielen Kleinanzeigen sind zu kleine Käfige und tierschutzwidriges Zubehör wie Plastikvögel und Spiegel zu sehen.

Die Frage, die sich Tierschützer immer wieder stellen, ist, wie mit solchen Kleinanzeigen zu verfahren ist. Ähnlich wie beim illegalen Welpenhandel birgt das Freikaufen von Wellensittichen aus Kleinanzeigen die Gefahr, Tierleid durch Mitleidskäufe zu unterstützen. Denn nicht immer dienen solche Kleinanzeigen der Vermittlung von Wellensittichen, oftmals steht vielmehr der finanzielle Nutzen für den Anzeigenersteller im Vordergrund. So hat sich in manchen Großstädten ein regelrechtes Kleinanzeigengewerbe entwickelt, bei dem Wiederverkäufer zu verschenkende Wellensittiche aufnehmen und diese gewinnbringend weiterverkaufen. Die „Zielgruppe“ solcher Wiederverkäufer sind unter anderem Tierschützer, die bereit sind, große Summen an Geld auszugeben, um Tiere aus tierschutzwidrigen Haltungen zu retten. Viele Wiederverkäufer haben erkannt, dass besonders tierschutzwidrige Haltungen besonders hohe Einnahmen bringen und verdienen sich auf diese Weise ein Zubrot.

Aus diesen Gründen möchten wir einige Alternativen zum Freikaufen vorstellen, die nachhaltig zum Schutz von Wellensittichen beitragen und helfen sollen, den Kleinanzeigenmarkt einzudämmen.

Kleinanzeigenersteller beraten
Nicht immer halten Tierbesitzer ihre Haustiere aus purer Böswilligkeit falsch. Viele sind sich schlichtweg nicht bewusst, dass beispielsweise Rundkäfige keine geeignete Unterbringung für Vögel sind oder dass man Wellensittiche nicht alleine halten sollte. Man kann leider auch heutzutage nicht davon ausgehen, dass sich Tierbesitzer über die Bedürfnisse ihrer Schützlinge informieren. Bei auffälligen Kleinanzeigen sollte man deshalb zunächst den Kontakt mit dem Kleinanzeigenersteller suchen. Bei Kritik ist es unabdingbar, dass diese freundlich geäußert wird. Eigene Argumente kann man beispielsweise durch Links auf unsere Homepage untermauern. Viele Anzeigenersteller freuen sich sogar über Tipps, auf welchen Plattformen sie ihre Tiere zur Vermittlung einstellen können. Deshalb sollte am besten immer auf unser Vermittlungsforum hingewiesen werden.

Anzeigen auf dem Portal melden
Auf allen Kleinanzeigenportalen gibt es neben der jeweiligen Anzeige einen Button, mit dem man die Anzeige melden kann. Hierbei muss der Grund für die Meldung (Spam / Urheberrechtsverletzung / gewerblich etc.) angegeben werden. Auf Kleinanzeigenportalen finden sich oft Anzeigen von Züchtern, die beispielsweise handaufgezogene Wellensittiche zu hohen Preisen verkaufen. Diese sind jedoch auf der Plattform meist als private Anbieter registriert. Gleiches gilt für Wiederverkäufer, die sich als private Anzeigenersteller ausgeben, sich durch die kostenlose Aufnahme und den teuren Wiederverkauf von Wellensittichen jedoch ein Gewerbe aufgebaut haben. Solche Anzeigen kann man als gewerbliche Anzeigen melden, sodass diese vom Plattformbetreiber gelöscht werden. Auf diese Weise kann man Anzeigenerstellern die Plattform entziehen und dafür sorgen, dass sich ihre Praktiken finanziell nicht mehr lohnen.

Amtstierarzt einschalten
Bei tierschutzwidrigen Kleinanzeigen und beratungsresistenten Haltern kann der für die Region zuständige Amtstierarzt (ATA) eingeschaltet werden. Tierheime oder Tierschutzorganisationen haben nicht die Befugnis, Tiere zu beschlagnahmen oder Besitzern Auflagen zu erteilen, dies kann nur der ATA. Dieser muss grundsätzlich jeder Anzeige nachgehen, die auf einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz hinweist:

§1 Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

§2 Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen
und verhaltensgerecht unterbringen,
2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm
Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des
Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

Unserer Erfahrung nach ist der Erfolg solcher Anzeigen stark vom jeweiligen ATA abhängig. Je mehr Informationen man liefert, desto größer sind die Chancen, dass der ATA zügig der Anzeige nachgeht. Bei Kleinanzeigen sind Screenshots der Anzeige und die Angabe des Links unabdingbar. Auch sollte die Adresse des Anzeigenerstellers angegeben werden. Da in Kleinanzeigen oftmals nur die Telefonnummer des Anzeigenerstellers sichtbar ist, sollte man sich als Interessent ausgeben und zum Tierbesitzer per E-Mail Kontakt aufnehmen. Einfache Sätze, die Interesse bekunden („Ich möchte den Vogel nehmen, wo und wann kann ich ihn abholen?“), reichen meistens aus, um die Adresse des Tierbesitzers zu bekommen.
Auf der VWFD Homepage gibt es ein Musterexemplar für die Anzeige beim Amtstierarzt: http://www.vwfd.de/1/11/1151.php

Fazit
Grundsätzlich hat man bei keiner Verkaufsanzeige die Kontrolle darüber, was der Anzeigenersteller mit dem eingenommenen Geld macht. Bei einer unüberlegten Anschaffung von Wellensittichen ist das Risiko hoch, dass das Geld aus dem Verkauf wieder in den (unüberlegten) Kauf eines anderen Haustieres fließt. Auch ist oftmals nicht erkennbar, ob es sich wirklich um eine Privatperson oder um einen Händler / Wiederverkäufer handelt. Die kostenlose Aufnahme von Wellensittichen aus Kleinanzeigen ist also die einzige Garantie dafür, dass man Tierleid nicht finanziell unterstützt. Möchte man eine nachhaltige Tierschutzarbeit unterstützen, ist das eigene Geld mit einer Spende für Tierheime oder Tierschutzorganisationen sicher besser angelegt.

In Österreich haben übrigens erste Kleinanzeigenportale bereits auf die Kritik von Tierschützern reagiert und die Regelung eingeführt, dass private Anbieter Tiere nur noch verschenken dürfen. Lediglich behördlich genehmigte Züchter und registrierte Tierschutzvereine dürfen Verkaufsanzeigen schalten beziehungsweise eine Schutzgebühr verlangen. Es bleibt zu hoffen, dass sich auch deutsche Kleinanzeigenportale dieser Regelung bald anschließen werden.
Viele Grüße,
Eure AG Tierschutz

Eine Arbeitsgruppe des VWFD e. V., Bereich Tierschutz
Kontakt per PN oder über tierschutz(at)vwfd.de

Gesperrt

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast