PBFD - was nun?

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PBFD - was nun?

Beitrag von Wellibrück » Sa 13. Jan 2018, 10:14

Hallo ihr Lieben,

war es Anfangs nur eine Vermutung, brachte der gestrige Anruf aus der XXX die traurige Gewissheit: Der Schwarm der Wellibrücker Federkinder ist positiv auf Circovirus/PBFD getestet worden.
Natürlich ein Schock aber erste Lektüre zu dem Thema haben auch gezeigt, dass es kein Weltuntergang ist oder sein muss. So wie es aussieht, werden wir es hier zukünftig (wenn überhaupt) mit dem chronischen Verlauf zu tun bekommen, da wir bis auf ein eine Handvoll Ausnahmen nur Altvögel ab Jahrgang 2011 bis September 2015 im Bestand haben. Die Ausnahmen sind eine Handvoll Jungvögel (3 x Mai 2016, 2 x März 2017 und 1 x Mai 2017), wobei ich meine, dass auch sie für einen akuten Verlauf schon zu alt sind. Im Moment haben wir auch mit unserem Hahn "Caesar", ca. acht Jahre alt, den einzigen Patienten, der die typischen Symptome mit Verlust der großen Schwung- und Schwanzfedern zeigt und dadurch natürlich auch flugunfähig geworden ist.
Unsere Wellis werden ausgewogen ernährt und bekommen neben Naturprodukten wie Propolis oder Hagebuttenpulver eine überschaubare Anzahl an Futterergänzungsmitteln angeboten. Das Zuhause der Federkinder ist eine große Zimmervoliere mit 24/7 Freiflug.

So, meine Frage an "Leidensgenossen": Wie geht man am besten mit der Diagnose um? Man kann ja jetzt wohl nicht mehr tun, als das Immunsystem der Vögel stabil und stark zu halten, um Sekundärerkrankungen zu verhindern, die einen Ausbruch begünstigen würden. Wie organisiert ihr das Zusammenleben von Fliegern und Fußgängern in Volieren? Ist es überhaupt praktikabel?
Gern lese ich von euren Erfahrungen.

Schöne Grüße,
Sascha & die "Wellibrücker Federkinder"

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EDIT: Bitte keine öffentlichen TA-Nennungen. Eure Modis
LG von
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Re: PBFD - was nun?

Beitrag von Charlie1403 » Sa 13. Jan 2018, 13:21

Hallo Sascha,

ich habe zwar keinen positiven Test aber ich darf auch davon ausgehen einen PBFD-Schwarm zu haben. Mein erster Gedanke? Wir haben Megas überlebt und PBFD schaffen wir auch. Was soll man auch anders machen? Das Leben im Schwarm geht weiter und muss den Bedingungen entsprechend angepasst werden.
Da ich durch Arthrose schon eine flugunfähige Henne hatte, war ich auf Nichtflieger eingestellt, als Mäxchen seine Federn verlor. Er war dazu auch noch schwer an der Leber erkrankt. Und die ist ja gerade bei der Gefiederbildung belastet. Danach kam Gandalf dran, der mit der (vermutlich) PBFD-Henne Tessa zu mir kam. Ihm brachen die Federn in der Wachstumsphase im Blutkiel ab. Manchmal nicht unkritisch wegen der Nachblutungen.
Tessa starb ca. 9 Monate nach Ankunft an einer schweren Infektion (mit Megas und PBFD zusammen halt tödlich).

Was kannst Du tun? Wie Du schon geschrieben hast, Imunsystem stärken und in der Mauserphase besonders die Leber entlasten. Ansonsten kannst Du Deine Haltung nur so umgestalten, dass Dein Caesar überall laufend und kletternd hinkommen kann und den Boden abpolstern gegen die Abstürze.
Ich hab Schaumstoffmatten mit Wachstuchdecken ummantelt und da ausgelegt, wo Abstürze am haüfigsten waren. Andere nutzen wohl dickere Gummimatten. Da kommt es halt drauf an, ob Dein Caesar noch flattert oder fällt wie ein Stein und was am praktikabelsten für Dich ist.

Beobachte Dein Tierchen mal, wo er lang kommt und wo es stockt, weil Dein Aufbau zwar gut gemeint aber für den Vogel nicht praktikabel ist. Da lernt mal viel und baut Stück für Stück die passende Lösung zusammen. Die Flieger nehmen eh alles so wie es kommt.

Alles Gute für Deinen Schwarm :daumendrück:
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Re: PBFD - was nun?

Beitrag von Flogli » Sa 13. Jan 2018, 13:45

Genau, so handhabe ich meinen PBFD-Schwarm auch. Immunsystem stärken mit Gemüse und vor allem Kräutern (Basilikum, Oregano, Majoran...) und Wildpflanzen. Zudem streue ich immer etwas Bio-Spirulina auf die Gurke und Gräser, Heublumenblüten.
Es war für mich auch eine niederschmetternde Nachricht, als ich den positiven Test mitgeteilt bekam. Trotz dessen sind in 4 Jahren alle befiedert geblieben, ich hoffe natürlich, dass das auch so bleibt, zur Not muss ich behindertengerecht einrichten mit Leitern und Polstern.
Wichtig ist, dass du bei eventuellen Neuaufnahmen auf PBFD-positive Vögel achtest, auch wenn die Übertragung bei Altvögeln umstritten ist.
Mach dir nicht zu viele Gedanken, den Virus wird dein Schwarm nicht los, aber gut leben und kümmern lässt es sich trotzdem
Ich wünsche euch alles Gute
Pico, Mimi, Mogli, Kiwi und Felo

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Re: PBFD - was nun?

Beitrag von Wellibrück » Sa 13. Jan 2018, 13:46

Hallo Charlie,

wie sich die Bilder gleichen: Auch die Federkinder haben zwei ihrer Schwarmkumpanen an die Megas verloren. Natürlich sind sie nicht sauber, aber seit einem Jahr haben wir keinen Ausbruch/Schub mehr gehabt. Wahrscheinlich tragen die Umstellungen bei der Fütterung und der Umgang mit den Stressoren jetzt ihre Früchte.
Wer von den derzeit 30 Zimmergeiern das Circovirus mitgebracht hat, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen - was sicher ist, dass ja ein Großteil der in Deutschland gehaltenen Schwärme zumindest Träger ist.
Caesar ist ein begnadeter Kletterer, der am Volierendraht hangelnd oder über angefrachte Kletterbrettchen überall hinkommt, wo er hin möchte. Ab und an vergisst er, dass er nicht mehr fliegen kann und legt wild flatternd und laut schimpfend eine Bruchlandung im Buchenholzgranulat hin ;-) Dann geht es für ihn via Stöckchentaxi weiter, was er zum Glück gut annimmt.
Danke erstmal für Deine Antwort!

Viele Grüße
Sascha
LG von
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Re: PBFD - was nun?

Beitrag von Charlie1403 » Sa 13. Jan 2018, 14:21

Richtig, Megas und PBFD wird höchst wahrscheinlich heute in allen Schwärmen zu finden sein, wenn man nur lange genug sucht. Daher ist es müßig nach dem "Schuligen" zu suchen.

Bezüglich Neuaufnahme. Ich nehme und bekomme auch weiterhin Vögel. Ich bin aber auch ganz ehrlich bei den Bewerbungen und sage was Sache ist. Was ich nicht mehr machen würde, ist nestjunge Kücken vor der Jungmauser aufnehmen. Bei Yara ist es damals gut gegangen. Die kam mit ca. 3-4 Monaten noch mit Wellen bis zur Nase.
Neuzugeng Lexi wurde jetzt so lange in der Pflegestelle wegen anderer Dinge behandelt, dass sie schon als fertiger Jungvogel zu mir kam. Da ist eine Ausbruch nicht mehr so wahrscheinlich wie bei einer Ansteckung als Kücken. Wobei bei der Gruppe mit der Lexi gemeinsam beschlagnahmt wurde, bei einem Vogel PBFD nachgewiesen wurde. Megas hat sie schon, da ist sie bei mir auch in guter Gesellschaft.

Nach Mäxchen, der Gefiederprobleme auch wegen der Leber hatte und Gandalf ist bei mir auch kein Vogel auffällig. Un d ich hoffe auch es bleibt so. Wenn nicht, dann ist es halt so.
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Re: PBFD - was nun?

Beitrag von vögelchen » Sa 13. Jan 2018, 22:45

Hallo Sascha,

auch ich kann dich total gut verstehen. :troest: Als ich meinen Schwarm damals habe testen lassen, da war ich schon davon ausgegangen, dass ich ein positives Ergebnis bekommen würde - aber als es dann wirklich so war, war es trotzdem erst mal ein Schlag...
Ich habe vier flugunfähige Wellis und einen sehr schlechten Flieger - aber alle aus anderen Gründen... Und das geht sehr gut, auch im Fliegerschwarm. Ich habe einige wirklich schon ältere / alte Wellis und / oder chronisch kranke. An PBFD denke ich gar nicht mehr oft. Für mich war es dann irgendwann einfach wichtig das zu wissen, falls ich vor der Entscheidung stehe, bewusst einen positiven Welli aufzunehmen...
Flogli hat geschrieben:
Sa 13. Jan 2018, 13:45
Wichtig ist, dass du bei eventuellen Neuaufnahmen auf PBFD-positive Vögel achtest, auch wenn die Übertragung bei Altvögeln umstritten ist.
Das sehe definitiv ich anders! Es gibt kaum noch Wellis, die keine Träger sind - und in vielen Laboren gibt es leider immer noch häufig falsch negative Ergebnisse. Ich bin mit meinen Wellis in der gleichen Klinik wie Du, Sascha, und dort wird auch gesagt, dass der Schwarm mit Sicherheit Träger ist / wird, aber die meisten erwachsenen Wellis damit gut zurecht kommen.
Ich selbst habe ausschließlich Abgabetiere, und ich frage bei keiner Neuaufnahme, ob der Welli PBFD positiv ist, oder lasse ihn gar testen. Ich würde allerdings nicht unbedingt ein Jungtier vor der Jugendmauser aufnehmen - außer ich wüsste, dass eh´ schon PBFD-Kontakt bestand, oder der Welli sogar Anzeichen hat.
Megas habe ich bisher zum Glück nicht im Schwarm - jedenfalls nicht nachgewiesen... ;)
Also - Kopf hoch! Mit der Diagnose lässt es sich gut leben, wenn man sich erst mal damit abgefunden hat. ;)

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Re: PBFD - was nun?

Beitrag von Wellibrück » So 14. Jan 2018, 15:35

Hallo vögelchen,

auch Dir besten Dank für Deine Antwort zu meiner Fragestellung. Dr. Peuschel hat mir deutlich gemacht, dass ich mich keinen Illusionen hingeben soll, was den Status des gesamten Schwarms angeht: Alle Vögel sind jetzt definitiv Träger. Ob es zu weiteren Ausbrüchen/chronischen Verläufen kommt, ist dagegen nicht vorhersehbar. Mit Glück bleibt Caesar der einzige, der Symptome zeigt bzw. zum Fußgänger geworden ist.
War ich am Freitag noch ziemlich geschockt, beginne ich nun, mich sachlich und rational mit der Diagnose auseinanderzusetzen. Ändern kann ich es nicht mehr, aber wir haben die Megas im Griff dann wird uns auch PBFD nicht in die Knie zwingen.

Schöne Grüße
Sascha
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